Servieren

Servieren

Nur richtig behandelt zeigt Wein seine ganze Klasse.

Die Art, wie ein Wein präsentiert wird – Temperatur, Glas, Luft und Zeitpunkt – ist fast so wichtig wie der Wein selbst. Viele Flaschen werden vorschnell als „schlecht“ abgetan, obwohl nur der Umgang damit nicht gestimmt hat. Wer Wein gut vorbereitet und einschenkt, macht aus einer einfachen Flasche ein echtes Genusserlebnis.

 

Anlass

Für besondere Anlässe & als kraftvoller Begleiter zu würzigen Braten und reifem Käse.

 

1. Temperatur vorbereiten

Was tun

Stelle die Flasche mindestens 2 Stunden vor dem Genuss in einen kühlen Raum mit 16-18°C. Im Sommer kurz für 20 Minuten in den Kühlschrank.

Warum wichtig

 Ein zu warmer Rotwein wirkt alkoholisch und verliert Struktur. 
Zu kühl zeigt er nicht seine Tiefe.

 

2. Glas wählen

Was tun

Verwende ein bauchiges Bordeaux-Glas mit 550-650 ml Volumen.

Warum wichtig

Die bauchige Form sammelt die dichten Beerenaromen, die schmaler zulaufende Öffnung konzentriert sie zur Nase.

Was passiert

Die Tannine wirken geschmeidiger, die Frucht präsenter, der Abgang eleganter.


 

3. Dekantieren 

Was tun

Den Wein 2 Stunden vor dem Servieren in eine Karaffe umfüllen.

Hinweis

24 Monate Barrique-Ausbau haben den Wein verdichtet – Sauerstoff öffnet Struktur und Aromen.

Die dichten Noten von Schwarzkirsche und Veilchen werden klarer und die Tannine integriert sich harmonischer.

 

4. Servieren

Was tun

Fülle das Glas nur zu 1/3 befüllen, also ca. 150 ml.

Warum wichtig

Die bauchige Form bietet Platz für Sauerstoff und wodurch sich die Aromen entfalten könne.

 

5. Wahrnehmung Aromen

Was tun

Riechen, dann kräftig schwenken und nochmal riechen.

Was passiert

Das Schwenken setzt flüchtige würzige Aromen frei – und die Beerenfrucht kann sich optimal entfalten.

 

6. Wahrnehmung Geschmack

Was tun

Kleinen Schluck nehmen, kurz im Mund behalten, dann schlucken.

Was passiert

Der Antrunk zeigt Schwarzkirsche und Cassis, die Mitte Waldbeere und Brombeere und der Abgang Nussaromen.

 

7. Wein Servier Reihenfolge

Was tun

Dieser Reserve-Rotwein gehört ans Ende einer Menüfolge – nach leichteren Weißweinen und vor dem Dessertwein.

Warum wichtig

Stärkere Eindrücke (Alkohol, Tannin, Süße, kräftige Aromen) überlagern feinere – einmal überreizt, schmeckt der Gaumen die subtilen Weine nicht mehr richtig. Deshalb baut man auf: leicht vor kräftig, jung vor alt, trocken vor süß, damit jeder Wein fair zur Geltung kommt.

 

Weinpräsentation

Herkunft

Fellbach, Württemberg - Remstal

Jahr

2024

Traube

Merlot, Cabernet, Lemberger

Aromen


Brombeere, Nüsse, süße Feigen

Körper

Schwer

Tannine

Griffig

Alkohol

13% Vol.

Restzucker

1,1 g/l (trocken)

Säure

ausgewogen | 6,0 g/l

Speiseempfehlung

Wildgerichte, Rinderbraten, Lamm, reifer Hartkäse, Carpaccio

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